Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

Nina Freiin von Lerchenfeld wurde am 27. August 1913 im litauischen Kowno geboren. Sie lernte Claus von Stauffenberg im Alter von 16 Jahren kennen, als sie noch Schülerin auf einem Mädcheninternat in Wieblingen bei Heidelberg war.

1930, am 23. Geburtstag von Claus, erfolgte die Verlobung. Die Trauung fand drei Jahre später, am 26. September 1933 in Bamberg statt.

Nina stammte väterlicherseits aus einem freiherrlich fränkischen Geschlecht, mütterlicherseits aus baltischem Adel, wie schon die Mutter Claus von Stauffenbergs, Caroline, geborene Üxküll-Gyllenband. Dies bedeutete auch, dass mit Nina von Stauffenberg wiederum eine evangelische Ehefrau in die Familie kam. Traditionsgemäß wurden die Kinder jedoch katholisch getauft und erzogen.

Es gingen fünf Kinder aus der Ehe hervor: 1934 Berthold, 1936 Heimeran, 1938 Franz Ludwig, 1940 Valerie. Die jüngste Tochter, Konstanze, wurde im Januar 1945 während der Gestapohaft der Mutter geboren. 

Nach dem 20. Juli 1944 wurden die Familien im Rahmen der Aktion „Gewitter“ von der sogenannten „Sippenhaft“ der nationalsozialistischen Machthaber getroffen. Auch die schwangere Nina von Stauffenberg verhaftete die Gestapo.

Die Kinder wurden in ein Kinderheim nach Bad Sachsa, Thüringen, verschleppt und unter falschem Namen festgehalten. Ihr fünftes Kind, Konstanze, kam am 17. Januar 1945 zur Welt, während ihrer Haft in einem NS-Gefängnis in Frankfurt an der Oder. Vonseiten der NS-Führung bestanden auch Pläne, die jüngsten Kinder nationalsozialistischen Familien zur Adoption zu überlassen.

Das baldige Kriegsende verhinderte dieses Schicksal und die Kinder konnten sich, gemeinsam mit einigen überlebenden Freunden der Familie, nach Kriegsende auf dem Stauffenbergschen Familiensitz in Lautlingen wieder mit Mutter und Großmutter zusammenfinden.

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg starb am 2. April 2006 im Alter von 92 Jahren.

Quellen:

  • Steffahn, Harald. Stauffenberg. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2002³.
  • Ueberschär, Gerd R. Stauffenberg. Der 20. Juli 1944. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2004: (Kapitel 5) 100 – 110.
  • Zeller, Eberhard. Oberst Claus Graf Stauffenberg. Ein Lebensbild. Paderborn et. al.: Ferdinand Schöningh, 2. unveränderte Aufl. 1994.
 

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